Zu allererst: Frohes Neues Jahr! Ich hoffe, Ihr seid alle gut reingekommen und habt ein paar ruhige Tage hinter Euch. Jetzt geht der Ernst des Lebens weiter.
Was ich mich manchmal so frage ist:
Darf sich Jeder jetzt "Werbeagentur" nennen?
Der Hintergrund: Ich hatte kurz vor Weihnachten einen Job (von einer Werbeagentur) bei dem so ziemlich alles unter der Sonne falsch war, was nur geht. Damit meine ich: RGB (keine Bilder sondern die Vektoren und schwarzen Texte), keine Schrift eingebettet, Format falsch, kein Anschnitt, keine Trim Box und auch keine Schneidezeichen (ich glaube das war's). Die Datei ist angeblich eine PDF/X-3.
Ich rufe also den Kunden bzw. die Agentur an, in der Erwartung aus versehen ein Ansichts-PDF erhalten zu haben, ein Reinzeichner am Apparat zu bekommen, der mir dann sagt: "Kein Problem, ich schicke Ihnen die neue Datei in wenigen Minuten zu." Stattdessen bekomme ich den Alptraum aller Vorstufler zu hören: "Wiesoooo, die Datei sieht doch gut aus!"
Ich erkläre also fachlich darauf los, was alles falsch ist. Dabei stelle ich fest, dass mein Gegenüber doch nicht so fachlich drauf ist, wie ich, also lasse ich die Fachbegriffe weg und fange an in einfachen Worten das zu erklären, was ich will. Zum Beispiel, dass DIN A5 nunmal eine feste Grösse ist und nicht frei definierbar ist, besonders nicht, wenn es sich um ein Buch handelt; Dass Schwarz besser nicht aus allen 4 Farben besteht, schon gar nicht mit jeweils ca. 80%!
Beim Hinterfragen stellt sich heraus, dass die "Werbeagentur" sonst nur T-Shirts und Tassen bedruckt, mit MS Word oder so. Die "professionelle" Software, die sie haben ist zum einen "MS Publisher" und zum anderen "Corel 9". Alles natürlich auf einer DOSe! Nachdem ich mich von diesem Schock erholt habe, fragte ich nach, ob sie vielleicht etwas professionelleres haben oder jemand kennen, der das evtl. hat - Quark, InDesign, Freehand ("davon habe ich schonmal gehört") usw. Photoshop Elements wurde mir angeboten.
Diese Datei, die ich erhalten habe wurde in Publisher erstellt und irgendwie durch Corel geprügelt um dann letztendlich eine PDF-Datei zu bekommen. Wir haben sie dann hier durch verschiedene Programme durchgeprügelt bis der RIP nicht mehr gemeckert hat, und dann so gedruckt. Frei nach dem Motto: Aus Scheisse kann man keine Schokolade machen!